Ein Kissen für die Kotzekatze

Ihr Lieben!


Zunächst danke ich Euch für die vielen, vielen Kommentare und Nachrichten, die mich nach meinem vorherigen Blog-Artikel erreicht haben. Ich hätte niemals gedacht, dass es so vielen genau so geht wie mir. Das ist erschreckend und tröstlich zugleich...

 

Nach meinem Beitrag habe ich erst einmal meine Maschinen still gelegt. Bis Josie um die Ecke kam: Sie brauchte zwei Kostüme für ihre Theateraufführung in der Schule. Einen Fuchs und einen Hasen. Die zeige ich Euch später 😊. Und weil nach dem ganzen Plüsch- und Zottelgetier das Haus eh aussah wie ein geplatztes Einhorn (Kommentar meines Mannes beim Anblick des Obergeschosses: "Äh, ja. Es gibt schlimme Tage. Und es gibt heute"), habe ich gleich weiter gefusselt. Wie und für wen, erzähle ich Euch hier...

 

Wir haben eine Katze. Das ist prinzipiell nix Besonderes. Jeder Zweite hat eine. Oder zwei. Oder siebenundzwanzig. Unsere Katze aber ist etwas Besonderes. Sie kotzt. Sie motzt. Und wird langsam so senil, dass sie nicht mehr weiß, wo sie ihr Ei hinlegen soll. Immer mehr erinnert sie mich an meine geliebte Oma, die in ihren späten Achtzigern sehr, sehr starrsinnig und sehr, sehr übellaunig wurde. Aber sie wurde auch sehr, sehr alt. 

Nini ist seit sieben Jahren bei uns, und keiner weiß, wo sie herkommt. Als Josie zwei war, beschlossen wir, ein Kätzchen zu haben und fuhren zum Tierschutz. Die hatten grad so süße Junge. Oben im Haus wuselten die kleinen Racker umeinander. Und unten. Tja. Unten saß Nini. Allein. Und motzig. "Die will keiner", sagte die Tierheimleiterin. "Das geht ja gar nicht", sagte ich, und schwups hatte ich wieder ein, nennen wir es mal besonderes Tier an der Backe. Nini hieß früher Waltraud. Aber weil das zugegebenermaßen selbst für eine Motzekatze zu blöd ist, bekam sie einen neuen Namen. Und zwar den, den Josie damals am besten aussprechen konnte:  "Ni Ni".

 

Fortan lebte Nini bei uns, war für ihre Umstände wohl ziemlich glücklich und motze mal hier und kotze mal da. Äußerlich keine Schönheit, entpuppte sie sich innerlich zum Schatz. Ich habe noch nie eine geduldigere Katze erlebt. Sie trug Puppenkleider, ließ sich im Wagen spazieren fahren und kommentarlos durch die Gegend schleifen. Abends kam sie sogar zu uns aufs Sofa und ließ sich kraulen. Also, wenn ihr danach war. 

 

Das Leben hätte so schön sein können. Wenn Frauchen nicht nach ein paar Jahren ein zweites Sorgenfellchen angeschleppt hätte. Und dann - Mon Dieu auch noch einen Hund 😱 Nini war not amused und pinkelte mal hier, mal da. Als sie sich endlich mit allen arrangiert hatte (also jedem einmal auf die Klappe gehauen), merkten wir, wie sie immer behäbiger wurde. Statt auf die Anrichte zu springen, kletterte sie jetzt mühsam die Schubladengriff-Leiter hoch. Irgendwann beschloss sie, dass auch das zu anstrengend sei und richtete sich häuslich auf der Küchentheke ein, Hier lebt sie nun, zwischen Spüle und Kaffeemaschine und stets in Reichweite der Milchtüte, die sie eifersüchtig bewacht.

 

Zur gleichen Zeit stand ich inmitten meines geplatzten Einhorns (siehe oben) und überlegte, was mir wohl Spaß machen würde. Mein Blick fiel auf das Katzenleinen, vor vielen Jahren gekauft, um putzige Mädchenkleider und Käppis daraus zu nähen. Puh. Wie langweilig. Hm.... aber ein Körbchen für Nini? Gefüttert mit dem weichen Baumwollteddy-Überresten von Josies Fuchs? Ja! Ich suchte im Netz nach einer Anleitung, fand aber nix Schönes und fing selbst an zu basteln. Hier eine Naht, da ein Schleifchen... und fertig war das Katzenbett. Beim Nähen kamen mir noch tausend andere Ideen für schöne Katzenkissen - ich glaube, ich hab ein neues Hobby gefunden 😄

 

Als ich fertig war, stellte ich das Körbchen auf die Theke, schnappte Nini und setzte sie hinein. Und, oh Wunder!

Sie motze nicht. Sie kotzte nicht. Sie blieb einfach drin liegen.

 

Und ich glaube, sie war auch ein ganz kleines bisschen stolz auf ihr neues, ganz eigenes Plätzchen.

 

 

 

 

 

 

Ja, es ist etwas zu klein geworden, das neue

Katzenkörbchen. But: If it sits it fits! 😄


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